Die Selecao gewann rund eine Woche nach der Pleite gegen Frankreich (1:2) mit 3:1 (1:0) in Orlando gegen Kroatien, das vor vier Jahren in Katar die Brasilianer im Viertelfinale aus dem Turnier geworfen hatte. Superstar Lionel Messi feierte mit Argentinien ein 5:0 (2:0) gegen Sambia in Buenos Aires.
Beim kurzfristig angesetzten Testspiel erzielte der mittlerweile 38-Jährige (43.) das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0. Ursprünglich hätte an diesem Tag das "Finalissima" zwischen Europameister Spanien und dem Südamerika-Champion in Katar stattfinden sollen, das wegen des Nahost-Konflikts aber abgesagt werden musste. Die Argentinier, die ihr WM-Quartier in Kansas City aufschlagen, haben bislang keine weiteren Tests im Vorfeld der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada geplant.
Mit seiner sechsten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft könnte Messi wie auch Cristiano Ronaldo einen Rekord aufstellen und damit unter anderem Lothar Matthäus überholen. Sein Debüt hatte der Argentinier 2006 in Deutschland gegeben. Dem WM-Viertelfinal-Aus gegen den Gastgeber folgten 2010 ebenfalls in der Runde der letzten Acht und 2014 im Finale in Brasilien erneute Pleiten gegen die DFB-Elf. Nach einer weiteren Enttäuschung 2018 in Russland gelang 2022 endlich die Krönung in Katar.
Brasilien gelingt Generalprobe
Brasilien feierte derweil eine gelungene Generalprobe vor der Kader-Nominierung am 18. Mai, die Trainer Carlo Ancelotti nach dem bitteren 1:2 am vergangenen Donnerstag gegen Vize-Weltmeister Frankreich erhoffte Alternativen gab. Zumal der 66-jährige Italiener weiterhin auf den verletzungsanfälligen Neymar verzichtete.
Denn obwohl Brasilien nach einem Konter aus dem Lehrbuch durch Danilo (45.+2) in Führung gegangen war, schallten immer stärker Rufe nach dem Superstar durch das mit 46.398 Zuschauern gut besuchte Camping World Stadium - bis der eingewechselte Endrick einen Elfmeter herausholte, den Igor Thiago (88.) verwandelte, und Gabriel Martinelli (90.+2) für den Endstand sorgte. Beide Torschützen kamen ebenfalls von der Bank.
Schafft es Neymar noch auf den WM-Zug?
Dass Neymar, der mit 34 Jahren beim FC Santos in seiner Heimat spielt, einmal mehr dort keinen Platz fand, hatte Ancelotti zuvor mit dessen Fitnessproblemen begründet. "Er ist nicht bei 100 Prozent seiner Möglichkeiten", argumentierte der Erfolgscoach immer und immer wieder, schlug die Tür aber nicht endgültig zu: "Neymar kann bei der WM dabei sein."
Ein Gericht in Rio de Janeiro hatte erst kürzlich eine Millionenstrafe gegen den brasilianischen Fussballstar aufgehoben. Die Sanktion über rund 16 Millionen Real (etwa drei Millionen US-Dollar) wegen angeblicher Umweltschäden sei aufgrund von Mängeln im Ermittlungsverfahren "für nichtig zu erklären", heisst es in der Entscheidung.
Strafe war 2023 ausgesprochen
Die Strafe wurde 2023 von der Staatsanwaltschaft in Mangaratiba ausgesprochen. Dem heute 34-Jährigen war vorgeworfen worden, beim Bau eines künstlichen Sees auf seinem Anwesen Bauabfälle ins Meer entsorgt und damit zwei Buchten verschmutzt zu haben. Seit 2024 war die Geldbusse bereits ausgesetzt, nun folgte die endgültige Aufhebung.
Laut Gericht stützten sich die Vorwürfe ausschliesslich auf "Fotos und Videos", die nach einem anonymen Hinweis eingereicht worden waren. Weitere Belege hätten die Umweltbehörden nicht vorgelegt. Die Verteidigung legte zudem ein technisches Gutachten vor, dem zufolge die Wasserqualität zum Zeitpunkt des mutmasslichen Vorfalls innerhalb zulässiger Grenzwerte lag. Die Ermittlungen seien "aufgrund eines immensen Mediensturms" eingeleitet worden, erklärten Neymars Anwälte und verwiesen auf die Prominenz ihres Mandanten.
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Nächster Rückschlag für die USA
Die USA chancenlos gegen Portugal, Mexiko und Kanada nur mit einem Remis: Die drei Gastgeber der Fussball-WM haben gut zwei Monate vor dem Turnier wenig Vorfreude bei ihren Fans geweckt. Vor allem für die USA war das 0:2 (0:1) in Atlanta ein herber Dämpfer, drei Tage zuvor hatte es an selber Stelle bereits ein 2:5 gegen Belgien gesetzt. Es war die achte Niederlage in Folge gegen eine europäische Mannschaft.
Spielmacher Bruno Fernandes von Manchester United legte vor 72.297 Fans die Tore von Francisco Trincao (37.) und Joao Felix (59.) auf. US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino wollte die Tests indes nicht zu hoch bewerten. "Wir sind die USA, und wir haben gegen Belgien und Portugal gespielt. Beide haben Spieler aus den Top 100, wir haben das nicht", sagte der Argentinier. Zumindest Superstar Ronaldo gehörte aber nicht zum Aufgebot der Gäste.
Keine Tore gab es in Toronto beim Duell zwischen Kanada und Tunesien. Allerdings stand der Platz teilweise unter Wasser, der Anpfiff war wegen eines Unwetters sogar um 90 Minuten verschoben worden. Den besten Eindruck hinterliess noch Mexiko beim 1:1 (1:0) gegen Belgien in Chicago. Jorge Sanchez brachte Mexiko vor der Pause in Führung (20.), dem ehemaligen Bundesligaprofi Dodi Lukebakio gelang kurz nach der Pause (46.) mit einem Kunstschuss der Ausgleich. Mexiko blieb somit auch im fünften Spiel des WM-Jahres ungeschlagen.