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Sky Sport exklusiv || Guy Demel: "Diomande kann einer der WM-Stars werden"

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Ausserdem spricht der 44-jährige über seinen Job als Co-Trainer bei der Elfenbeinküste und die Deutschkenntnisse von Chef-Trainer Emerse Fae.

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Guy Demel spielte von 2005 bis 2011 in der Bundesliga. © Imago

Ausserdem spricht der 44-jährige über seinen Job als Co-Trainer bei der Elfenbeinküste und die Deutschkenntnisse von Chef-Trainer Emerse Fae.

Sky Sport: Herr Demel, wie ist die Stimmung vor dem Turnier - glauben Sie an das Weiterkommen?

Guy Demel: Absolut. Die Jungs sind bereit, wir haben gut gearbeitet. Die vergangenen Spiele - nicht nur die Ergebnisse, sondern vor allem die Art und Weise, wie wir gespielt haben - geben uns viel Vertrauen. Vor allem natürlich der 2:1-Sieg gegen Frankreich. Da haben wir gesehen, dass wir mit solchen Mannschaften mithalten können. Wir bleiben mit den Beinen auf dem Boden - aber wir glauben an unsere Chance.

Ist das primäre Ziel zunächst das Überstehen der Gruppenphase - oder denken Sie bereits weiter?

Natürlich denken wir weiter. Wir sind sehr ehrgeizig und hochkompetitiv. Aber der erste Fokus liegt klar darauf, die Gruppe zu überstehen. Danach wollen wir unsere Chance nutzen und so weit wie möglich im Turnier kommen.

Nationaltrainer Emerse Fae ist in Deutschland noch nicht allzu bekannt. Was zeichnet ihn aus?

Emerse ist ein sehr ruhiger Mensch, nah an den Spielern und gleichzeitig sehr anspruchsvoll. Er hat es geschafft, innerhalb der Mannschaft eine starke Einheit zu formen. Uns sind bestimmte Werte wichtig: harte Arbeit, Solidarität und Lebensfreude. Das sind Dinge, die unser Land und unseren Fussball ausmachen - und genau diese Mentalität wollen wir auf den Platz bringen. Emerse lernt übrigens Deutsch. Er liebt die Bundesliga und hätte auch gern mal in Deutschland gespielt. Wer weiss - vielleicht führt es ihn in seiner Trainerkarriere ja irgendwann in die Bundesliga (schmunzelt).

Welche Rolle nehmen Sie selbst als Co-Trainer ein?

Wir arbeiten sehr eng zusammen. Emerse gibt mir viel Verantwortung - bei Taktik, Athletik und sogar in Kaderfragen. Ich versuche, meine Erfahrungen aus Deutschland einzubringen: Disziplin, Mentalität, Kampfgeist und Teamspirit. Wir verteidigen heute disziplinierter, sind konzentrierter und kassieren weniger Gegentore. Das ist ein Teil dessen, was ich vermitteln möchte.

Jungstar Yan Diomande hat in Leipzig eine starke Saison gespielt. Kann er bei der WM zum Star werden?

Er bringt trotz seines jungen Alters enorme Qualität mit. Viele sprechen über seine offensive Stärke, aber ich schätze vor allem seine Arbeit gegen den Ball. Er denkt immer ans Kollektiv, nicht an sich selbst. Er ist überhaupt nicht egoistisch. Jetzt kennt ihn die Fussballwelt - spannend wird sein, wie er damit umgeht, wenn Gegner gezielt gegen ihn verteidigen - manchmal auch zu zweit. Aber er ist in Topform und könnte definitiv einer der Stars des Turniers werden.

Deutschland ist Gruppengegner - welche Gedanken haben Sie vor diesem Spiel?

Deutschland verdient grössten Respekt. Es gehört zu den grossen Fussballnationen und zählt für mich gemeinsam mit Frankreich und Spanien zu den Favoriten auf den Titel. Viele unserer Spieler kennen die Bundesliga, das wird helfen - aber Deutschland kennt unsere Spieler ebenfalls. In solchen Spielen entscheiden Details. Kleine Fehler werden auf diesem Niveau sofort bestraft. Gleichzeitig freuen wir uns sehr auf dieses Duell. Bei einer Weltmeisterschaft will man sich mit den Besten messen.

Wie schätzen Sie die anderen Gruppengegner ein?

Ecuador ist körperlich stark, diszipliniert und taktisch sehr gut organisiert. Sie haben in der Qualifikation gegen grosse Teams überzeugt und einige Topspieler in ihren Reihen. Das wird ein harter Gegner. Curacao mag auf dem Papier Aussenseiter sein, aber jede Mannschaft bei einer WM hat Qualität. Wir respektieren jeden Gegner - und wissen, wie wichtig gerade die ersten beiden Spiele werden.

Welche Verbindung haben Sie heute noch zu Deutschland?

Eine sehr enge. Ich habe viele Jahre in Deutschland gespielt - vier in Dortmund, sechs in Hamburg. Ich habe noch immer Kontakt zu ehemaligen Weggefährten und Trainern. Deutschland war ein wichtiger Teil meiner Karriere. Ich spreche ab und zu mit meinem ehemaligen HSV-Mitspieler Vincent Kompany über seine Erfahrungen bei Bayern München und generell als Trainer in der Bundesliga. Und ich bin auch immer mal wieder im Austausch mit Merlin Polzin und seinem Trainer-Team in Hamburg.

Wo sehen Sie Ihre Zukunft als Trainer?

Im Moment bin ich sehr glücklich in meiner Rolle bei der Nationalmannschaft. Für mich ist das eine grosse Lernphase. Langfristig kann ich mir vorstellen, Sportdirektor zu werden. Aber aktuell liegt der volle Fokus auf der WM.

In den sozialen Medien wirkt Ihre Mannschaft sehr ausgelassen - viel Musik, Tanz und gute Stimmung. Wie würden Sie die Mentalität des Teams beschreiben?

Diese Freude gehört zu unserer Kultur. Musik, Tanz und Zusammenhalt geben uns zusätzliche Energie auf dem Platz. Gleichzeitig sind wir sehr ehrlich miteinander. Die Spieler wissen immer genau, woran sie sind. Die Beziehung zwischen Mannschaft und Trainerteam ist sehr gut - und das ist enorm wichtig.

Es gab Berichte über einen Priester im Teamstaff. Stimmt das?

Nein, das stimmt so nicht. Wir haben keinen Priester im Staff. Aber Glaube spielt eine wichtige Rolle. Vor Trainingseinheiten oder Spielen wird gemeinsam gebetet - Christen und Muslime jeweils auf ihre Weise. Das gehört zu unserer Kultur und unserem Zusammenhalt.


Ihr Teamquartier liegt nahe Philadelphia - der Heimat von Rocky Balboa. Können Sie etwas von dieser Rocky-Mentalität mitnehmen?

Das passt tatsächlich gut zu uns. Rocky war vielleicht nicht der talentierteste Boxer, aber er hatte Herz, Kampfgeist und Widerstandskraft. Wir sind vielleicht nicht die grösste Mannschaft des Turniers, aber wir wollen kämpfen, niemals aufgeben und an unsere Chance glauben. Diese Mentalität nehmen wir mit.

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